Gasflaschen und Brennstoffe zu Hause sicher lagern
Wer Gasflaschen und Brennstoffe zu Hause lagern möchte, muss zuerst prüfen, welcher Standort dafür infrage kommt. Eine trockene Kellerecke kann für Holz geeignet sein, für eine Propangasflasche dagegen nicht. Auch ein fest verschlossener Kanister macht aus einem Heizungsraum keinen passenden Lagerplatz. Entscheidend sind die Brennstoffart, der Behälter, die Belüftung und die Nutzung des Raums. Bei Vorräten für Grill, Campingkocher oder Kamin ist außerdem zwischen angeschlossenen Behältern und eingelagerten Reserven zu unterscheiden. Dafür können unterschiedliche Vorgaben gelten.
Der richtige Standort für Gasflaschen
Bei den üblichen Propanflaschen für Grill und Camping ist eine Eigenschaft besonders wichtig: Austretendes Gas ist schwerer als Luft und kann sich in tiefer gelegenen Bereichen sammeln. Deshalb gehören solche Flüssiggasflaschen nicht in Kellerräume. Auch Lichtschächte, Bodenabläufe und Zugänge zu tiefer liegenden Räumen müssen bei der Standortwahl berücksichtigt werden. Ein Kellerfenster direkt neben dem Abstellplatz im Freien wird dabei leicht übersehen.
Treppenräume, notwendige Flure, Durchgänge und Rettungswege scheiden ebenfalls aus. Dort darf ein Vorrat weder den Weg versperren noch bei einem Brand eine zusätzliche Gefahr schaffen. Schlafräume sind kein Lagerort für Flüssiggasflaschen. Eine geschlossene Abstellkammer ohne ausreichende Lüftung ist ebenso wenig eine geeignete Alternative.
Ein gut belüfteter Außenplatz, der gegen unbefugten Zugriff gesichert ist, kommt häufig eher infrage als ein Innenraum. Die Flasche muss aufrecht und standsicher stehen. Ein dichter Aufbewahrungsschrank ohne ausreichende Lüftungsöffnungen löst das Problem nicht. Prüfe vor der Einrichtung die geltenden Vorgaben, den Mietvertrag und die Hinweise des Flaschenanbieters. Auch ein Balkon ist nicht automatisch zulässig oder geeignet.
Ventile und Verschlüsse brauchen eine eigene Kontrolle
Bei einer eingelagerten Gasflasche muss das Flaschenventil geschlossen sein. Den Druckregler abzunehmen, reicht nicht aus. Vorgesehene Verschlussmuttern und Schutzkappen gehören ebenfalls an ihren Platz, denn sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Schutzkappe schützt insbesondere das Ventil vor mechanischer Beschädigung. Einen dichten Ventilverschluss ersetzt sie nicht. Welche Teile zur jeweiligen Flasche gehören, ergibt sich aus ihrer Bauart und den Anbieterhinweisen.
Auch vermeintlich leere Flaschen enthalten oft noch Gasreste. Behandle sie deshalb bei der Standortwahl, Sicherung und Handhabung wie gefüllte Flaschen. Eine leere Reserveflasche neben dem Kellerschrank ist keine harmlose Ausnahme. Stelle Flaschen so auf, dass sie nicht umfallen können, und verwende sie niemals als Stütze für Regalbretter oder andere Gegenstände.
Sieh dir vor dem Einlagern den Zustand der Flasche genau an. Achte auf deutliche Korrosion, Verformungen und beschädigte Ventile. Reparaturen an Flasche oder Ventil gehören nicht in die Heimwerkstatt. Bei auffälligen Behältern ist der Anbieter der richtige Ansprechpartner. Übermale außerdem keine Kennzeichnungen. Angaben zur Gasart und zur Identifikation müssen lesbar bleiben, damit es später nicht zu Verwechslungen kommt.
Flüssige Brennstoffe nur in passenden Behältern aufbewahren
Benzin, Petroleum, Lampenöl und Brennspiritus lassen sich bei der Lagerung nicht über einen Kamm scheren. Ihre Eigenschaften unterscheiden sich, ebenso die Anforderungen an den Lagerplatz. Benzin gibt schon bei niedrigen Temperaturen entzündliche Dämpfe ab. Für seine Aufbewahrung gelten deshalb andere Anforderungen als für Brennholz oder einen Sack Kohle. Maßgeblich sind unter anderem die Produktkennzeichnung, die Herstellerangaben und die Vorschriften für den jeweiligen Lagerort. Regeln für das Lagern von Gasflaschen
lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf flüssige Brennstoffe übertragen.
Lass flüssige Brennstoffe möglichst im dafür vorgesehenen Originalbehälter. Ist ein Umfüllen nötig, brauchst du einen für den jeweiligen Stoff geeigneten, dicht schließenden und eindeutig beschrifteten Behälter. Getränkeflaschen, Konservengläser und alte Lebensmittelkanister scheiden aus. Auch eine handschriftliche Beschriftung macht eine ungeeignete Verpackung nicht sicher.
Kontrolliere besonders die Verschlüsse und Dichtungen. Versprödete Dichtungen oder Risse am Griff fallen beim flüchtigen Blick auf die Vorderseite kaum auf. Stelle Behälter so ab, dass sie nicht umkippen können und austretende Flüssigkeit nicht unbemerkt in Fugen oder Abläufe gelangt. Eine für den Brennstoff geeignete Auffangwanne kann dabei helfen. Sie ersetzt jedoch weder einen zulässigen Lagerraum noch einen intakten Kanister.
Brennstoffe im Haus brauchen Abstand zu Zündquellen
Ein Lagerplatz ist nicht schon deshalb geeignet, weil dort keine offene Flamme brennt. Auch Funken, heiße Oberflächen und elektrische Geräte können Zündquellen sein. Neben einer Werkbank mit Schleifmaschine, einem Heizgerät oder einer Ladeecke für Akkus haben entzündliche Flüssigkeiten nichts verloren. Meide außerdem Stellen, an denen du beim Arbeiten versehentlich gegen die Behälter stoßen könntest.
Prüfe den vorgesehenen Bereich sorgfältig. Schau dabei nicht nur auf das Regal, sondern auch auf den Boden und die benachbarten Geräte. Folgende Punkte helfen bei der Kontrolle:
- Keine Lagerung in Fluchtwegen oder unmittelbar vor Türen.
- Keine Behälter neben Feuerstätten, heißen Leitungen oder Geräten mit Zündflamme.
- Keine Aufbewahrung zusammen mit Stoffen, die laut Kennzeichnung unverträglich sind.
- Kein Zugriff für Kinder und keine Verwechslungsmöglichkeit mit Lebensmitteln.
- Keine verdeckten Lüftungsöffnungen und keine Lagerung über offenen Abläufen.
Konkrete Sicherheitsabstände lassen sich nicht pauschal für alle Brennstoffe und Räume nennen. Sie hängen vom Produkt, von der Anlage und den geltenden Vorschriften ab. Gerade ein Heizungsraum ist kein allgemeiner Vorratsraum. Freie Bodenfläche bedeutet dort nicht, dass zusätzliche Brennstoffe gelagert werden dürfen. Wenn du Brennstoffe für Notfälle bevorratest, setzen Vorschriften zur Krisenvorsorge
die geltenden Brandschutz- und Lageranforderungen nicht außer Kraft.
Holz und feste Brennstoffe getrennt beurteilen
Bei Scheitholz, Holzbriketts, Pellets und Kohle stellen sich andere Lagerfragen als bei Flüssiggas oder Benzin. Trockenheit ist wichtig, genügt aber nicht als einziges Kriterium. Ein Holzstapel muss standsicher sein und darf keine Türen, Revisionsöffnungen oder Zugänge zum Schornstein versperren. Direkt neben dem Ofen dürfen nur die nach Anlagenvorgaben zulässigen Mengen liegen. Auch die vorgeschriebenen Abstände sind einzuhalten.
Lagere Säcke nicht unmittelbar auf einem feuchten Boden. Eine geeignete Unterlage schafft Abstand, darf den Stapel aber nicht instabil machen. Sichere beschädigte Verpackungen so, dass ihr Inhalt nicht auf Laufwege rieselt. Entferne Holzstaub und Abrieb regelmäßig, besonders im Umfeld von Feuerstätten und elektrischen Einrichtungen.
Bei Pellets kommt ein leicht übersehener Punkt hinzu: Sie können Kohlenmonoxid freisetzen. Ein geschlossener Pelletlagerraum ist daher kein gewöhnlicher Abstellraum. Für die Belüftung und das Betreten gelten besondere Sicherheitsanforderungen. Größere Vorräte brauchen eine dafür geplante Lagerlösung. Grillkohle und Briketts sollten ebenfalls trocken und fern von Zündquellen stehen. Frische Asche gehört nicht zu den Brennstoffvorräten. Sie kann noch lange verborgene Glut enthalten und muss in einem geeigneten, nicht brennbaren Behälter mit Deckel abseits brennbarer Materialien aufbewahrt werden.
Vorratsmengen und Auffälligkeiten systematisch prüfen
Halte deinen Vorrat so klein, wie es dein tatsächlicher Bedarf erlaubt. Eine zusätzlich gekaufte Flasche schafft zwar eine Reserve, braucht aber auch einen zulässigen Stellplatz. Für erlaubte Mengen gibt es keine einzelne Zahl, die auf jede Wohnung, Garage und jedes Nebengebäude passt. Brennstoffart, Behälter und baurechtliche Vorgaben spielen dabei zusammen. Bei Unklarheiten helfen die örtlich zuständige Brandschutzstelle, die Bauaufsicht oder eine fachkundige Beratung weiter.
Kontrolliere den Vorrat regelmäßig und nach jeder Veränderung am Lagerplatz. Ein neu aufgestellter Schrank kann die Lüftung behindern, ein umgeräumtes Regal den Zugang zum Ventil verstellen. Notiere bei flüssigen Brennstoffen das Kaufdatum und beachte die Herstellerhinweise zur Lagerdauer. Fehlt ein Etikett, kläre den Inhalt und die weitere Handhabung sofort. Warte damit nicht bis zum nächsten Einsatz.
Bei Gasgeruch gilt: keine Flammen entzünden, keine elektrischen Schalter betätigen und kein Telefon im betroffenen Bereich benutzen. Verlasse den Gefahrenbereich, warne andere ohne zu klingeln und rufe von einem sicheren Ort im Freien die Feuerwehr unter 112. Schließe ein Ventil nur, wenn das ohne Eigengefährdung möglich ist. Trage eine undichte Flasche nicht durch das Haus und suche eine Leckstelle niemals mit einer Flamme.
